back 08.01.2011
Konzeption Hettstedt Kkh
Auszug aus einem Beitrag von Thomas Fischer im Bimmelbahnforum

Der MBB e.V. konnte seit seiner Gründung im Jahre 1991 den Bereich des Bahnhofs Hettstedt Kupferkammerhütte (Kkh) nur sehr eingeschränkt nutzen. Die Gleisanlagen waren in sehr schlechtem Zustand, die Gleise waren mit einer großen Zahl an Güterwagen aus Kombinatszeiten verstellt und es existierte keine Versorgung mit Medien (Wasser, Strom, Abwasser etc.). Das größte Problem aber war bis 2006, dass der Bereich durch die jahrhundertelange Nutzung als Kupferkammerhütte, Bleihütte und permanente Verarbeitung von Schwermetallen der kontaminierteste Bereich des ehemaligen Mansfeld-Kombinates war. Es bedurfte einer ständig zu erneuernden Ausnahmegenehmigung, dass die Züge das Areal überhaupt befahren durften.

Während die meisten Museumsbahnen als Ausgangspunkt ihrer Tätigkeiten einen Lokschuppen zur Unterstellung ihres wertvollsten Gutes haben und von da aus Strecken instandhalten, aktivieren oder sogar neu bauen, hatte der MBB e. V. den wahrscheinlich ältesten Schmalspurlokschuppen Deutschlands, konnte ihn aber nicht nutzen.

Daß das Areal im Rahmen eines "ökologischen Großprojektes" mit Landes- und Fördermitteln qualifiziert dekontaminiert werden sollte, stand seit ca. 1998 fest – nur wann es tatsächlich damit los gehen würde – das wusste niemand so genau. Jedenfalls hat der MBB e. V. im Jahre 2005 auf seiner Jahreshauptversammlung in einem fünfstündigen Sitzungsmarathon einen ehrgeizigen Gleisplan beschlossen, der seitdem Grundlage der Planungen ist.

2006/2007 wurde nach Rückbau der Gleise und Bergung altbrauchbarer Materialien das "ökologische Großprojekt"; unter Respektierung des Denkmalschutzes, unserer Vorgaben für eine Oberflächenentwässerung, einer Planumsschutzschicht und einer Grundschotterschicht umgesetzt. Seitdem steht dem MBB e. V. eine parkähnliche Fläche zur Verfügung, es konnten wichtige Grundstücke erworben werden und Wegerechte wurden festgelegt.

Nachdem der MBB e. V. 2007 das Gleis 1 verlegte, begann für ca. vier Jahre die Phase des "Ablaufenlassens", wie von Stefan Wilke in einem Forumsbeitrag auch umfänglich beschrieben. Begleitet war diese Zeit (2007 bis 2010) von Arbeiten am und im Lokschuppen, der Aufarbeitung von Weichen und Gleisbaumaterial, der Herstellung des Elektroanschlusses an das Netz und der Sicherung weiterer Gebäude. Im Herbst 2010 hatte der MBB e. V. endlich die finanziellen und organisatorischen Möglichkeiten, weitere Maßnahmen in Kkh umzusetzen. Dabei war auch der so lang ersehnte Anschluss des Lokschuppens mit Erneuerung aller Schuppentore. Das Investitionsvolumen betrug bisher ca. 215.000 € netto und ist neben dem Erhalt der Fahrzeuge und Instandhaltung der Strecke eine große Anstrengung für den Verein.

Ich möchte nicht verhehlen, dass wir auf das Erreichte sehr stolz sind, auch wenn es manchmal etwas dauert. Wir streben an, alles nur einmal – dafür aber gründlich und abschließend zu erledigen. Die MBB existiert in einem strukturschwachen Gebiet und partizipiert an keiner touristischen Region oder Attraktion. In unserem Umfeld gibt es leider keine gastronomischen Einrichtungen, Wanderwege, rauschende Bäche und verträumte, wildromantischen Täler. Studien zufolge kommen unsere Fahrgäste ausschließlich der MBB wegen, vor allem an Tagen mit dampflokgeführten Zügen. Darum sind wir stets für Hinweise, Anregungen und sachliche Kritik dankbar und wollen uns durch das Lösen von Problemen weiterentwickeln.

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Abschließend möchte ich allen Schmalspurbahnfreunden mitteilen, dass der MBB e. V. im 20. Jahr seiner Existenz am 14./15.05., 01./02.10. und 09.10.2011 viele Höhepunkte bereit halten wird, die eine Reise in das Mansfelder Land zu unserer sehr interessanten Schmalspurbahn lohnenswert gestalten. Dann können auch der Lokschuppen und viele andere Neuigkeiten bestaunt werden, über die wir gern im Bimmelbahnforum ohne Anspruch auf Vollständigkeit in geeigneter Form berichten und informieren.